Willkommen bei Einfach Fermentieren!
Knackiges Gemüse, eine Handvoll Salz und ein bisschen Geduld – mehr braucht es nicht, um Sauerkraut, Kimchi oder fermentierte Möhren selbst herzustellen. Auf dieser Seite findest du Rezepte zum Nachfermentierten, Hintergrundwissen im Fermente-Guide und aktuelle Workshop-Termine. Ob du gerade dein erstes Glas ansetzt oder schon mitten im Fermentierfieber steckst: Hier bist du richtig.
Termine
Fermentieren leicht gemacht
- 17.04.2026
- 18:00
- FBS Emden
Kochen mit Fermenten
- 06.11.2026
- 18:00
- FBS Emden
weitere Angebote & Termine auf Anfrage
Rezepte
Chicorée-Schiffchen mit Curtido
Asiatische Suppe
Kimchi-Jjigae
Möhren-Curry
Couscous-Salat
Wraps mit Ferment-Power
„Fermentieren ist Geduld in Gläsern – und die Belohnung kommt von ganz allein.“
Über Thomas Boley
Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt.
Anfang der 1990er Jahre stimmte das nur noch so halb. Die Auseinandersetzung mit vegetarischer Ernährung in der Oberstufe brachte die mütterliche Reaktion: „Du glaubst doch nicht, dass ich extra für dich koche.“
Es gibt wohl schlimmere Arten, das Kochen zu lernen.
Im damaligen Freundeskreis beschäftigten wir uns viel mit Ernährung und erfuhren, dass Leipziger Allerlei in Restaurants die einzige vegetarische Option war. Noch zu Beginn des Studiums galt: vegetarisch – bis ein versehentlicher Biss in eine Zwiebel-Thunfisch-Pizza das änderte. Zu dem Zeitpunkt stand fast täglich selber Kochen in der Studentenbude auf dem Programm. Angesichts des damaligen Mensaessens eine gute Wahl.
In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich eine kochende Leidenschaft. Teilweise wurde selber Brot gebacken, in Köln kam eine Biokiste mit saisonalem Obst und Gemüse ins Haus. Nach dem Umzug nach Emden dienten Kochkurse dazu, Menschen kennenzulernen und den Blick über den eigenen Tellerrand zu erweitern.
Im Herbst 2025 stand dann die Teilnahme an einem Fermentierkurs auf dem Programm. Tolles Thema, aber aus Sicht eines ehemaligen Lehramtsstudenten didaktisch weniger optimal umgesetzt. Meckern kann man viel, besser ist es aber, es besser zu machen. Da das Thema an die ersten Auseinandersetzungen mit Ernährung erinnerte, folgte eine intensivere Beschäftigung damit – nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis.
Aus den eigenen Erfahrungen heraus entstand dann ein Konzept für die Vermittlung von Wissen rund ums Thema Fermentieren.
Warum fermentieren?
Es beginnt mit einem leisen Knacken im Glas. Dann kommt das erste Blubbern dazu. Nach ein paar Tagen riecht es anders – nicht schlecht, nur… lebendiger. Die Luft wird dichter, die Farben intensiver. Fermentation ist wie ein leises Gespräch zwischen Zeit und Geschmack, bei dem Geduld belohnt wird und am Ende alle gewinnen: die Mikroben, das Gemüse – und wer es probiert.
Diese lebendige Alchemie begleitet uns Menschen schon seit über 9000 Jahren. Damals entdeckte jemand in China zufällig, dass Reis in einem Topf sich in ein berauschendes Getränk verwandelte. Was als Zufall begann, entwickelte sich zur Überlebensstrategie: Ägypter perfektionierten Sauerteige, Deutsche entwickelten Sauerkraut, Koreaner Kimchi. Jede Kultur fand ihre eigene Art, Zeit und Mikroben für sich arbeiten zu lassen. Für Seefahrer wie Kapitän Cook wurde fermentierte Nahrung sogar zum Lebensretter – das Vitamin C in Sauerkraut bewahrte seine Mannschaft vor Skorbut.